
Teilhabe ist ein Menschenrecht – und darf nicht von Sparplänen abhängig gemacht werden. Mit einer stillen Protestaktion hat die Lebenshilfe Südthüringen am 5. Mai in Meiningen auf die geplanten Kürzungen in der Eingliederungshilfe aufmerksam gemacht.
Jedes Jahr findet am 5. Mai der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt. Das Motto im Jahr 2026 lautet: „Menschenrechte sind nicht verhandelbar!“

Die Lebenshilfe Südthüringen beteiligte sich mit einer besonderen Aktion in der Meininger Innenstadt. Von 8 bis 15 Uhr stand neben dem Parkplatz an der Volkshochschule, Richtung Schloss, ein Pflegebett. Darin lag die Puppe einer alten Frau. Um ihren Hals hing ein Schild mit der Aufschrift: „Suche Platz!“. An dem Pflegebett war außerdem ein Banner der Aktion Mensch mit dem diesjährigen Motto angebracht. Gleichzeitig stand in der Georgstraße, direkt am Eingang zum Marktplatz, ein Rollstuhl mit der Puppe eines alten Mannes. Auf seinem Schild stand das Wort „Hilfe“.
An beiden Orten waren QR-Codes angebracht. Diese führten zu unserem Artikel „Teilhabe ist ein Menschenrecht“ auf unserer Website.

Ziel der Aktion war es, Menschen in Meiningen auf den Protesttag aufmerksam zu machen und über die geplanten Kürzungen in der Eingliederungshilfe zu informieren. Außerdem wollten wir dazu aufrufen, die Petition 195716 der Bundesvereinigung Lebenshilfe zu unterstützen.
Die Petition richtet sich gegen mögliche Kürzungen in der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung. Hintergrund ist ein sogenanntes „Vorschlagsbuch“ einer Arbeitsgruppe aus Vertreter*innen von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden. Darin werden Einsparungen in Milliardenhöhe vorgeschlagen. Viele dieser Vorschläge würden die Rechte von Menschen mit Behinderung, Kindern, Jugendlichen und ihren Familien deutlich einschränken.
Die stille Protestaktion sorgte in Meiningen für Aufmerksamkeit. Autofahrer fuhren langsamer und schauten neugierig. Viele Passantinnen und Passanten blieben stehen, machten Fotos oder scannten die QR-Codes. Einige Schüler machten Selfies mit dem Pflegebett.
Gerade deshalb war die Aktion bewusst als „stiller Protest“ geplant. Menschen bleiben heute nur selten an klassischen Informationsständen stehen. Die ungewöhnlichen Bilder mitten in der Stadt sollten neugierig machen und Gespräche anregen.
Wir hoffen, dass viele Menschen über die Aktion gesprochen haben – mit Freunden, in der Familie oder im Kollegenkreis. Denn Teilhabe und Menschenrechte gehen uns alle an.
Wir danken der Aktion Mensch für die Unterstützung des Protesttages und der Kampagne „Menschenrechte sind nicht verhandelbar“.
Diesen Artikel teilen


